Transparenz des Verpackungsregisters LUCID wirkt auf allen Ebenen

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Nach knapp zwei Jahren liegen nun umfängliche Daten und Informationen zu den ersten Wirkungen des neuen Verpackungsgesetzes vor: Deutlich mehr recycelte Verpackungen, viel mehr Hersteller, die ihrer Produktverantwortung nachkommen, der Vollzug findet statt. Der Mindeststandard zur Bemessung des recyclinggerechten Designs und das Register selbst werden als Vorbilder auf europäischer Ebene diskutiert. Verpackungsgesetz und Verpackungsregister LUCID haben eine positive Dynamik auf dem Markt erzeugt.

Produktverantwortung
Mittlerweile kommen fast 200.000 Hersteller ihren Pflichten nach dem Verpackungsgesetz nach, das sind 140.000 Hersteller mehr als noch vor 4 Jahren. Es finanzieren mehr als 75 Prozent aller Verpackungen das System mit der gelben Tonne und dem gelben Sack und tragen zu hohen Recyclingmengen bei. Hier konnte das Verpackungsregister LUCID eine Trendwende erzielen. Doch ohne Vollzug ist das nicht möglich: Fast 6.000 Ordnungswidrigkeiten wurden an Vollzugsbehörden abgegeben oder stehen zur Abgabe bereit. „Die Daten zeigen, dass die Produkt-verantwortung für Verpackungen wieder einen hohen Stellenwert bekommen hat“, sagt Gunda Rachut, Vorstand der Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR).


Recycling und recyclinggerechtes Design
Auch im Recycling geht es voran. Insgesamt wurden 5,3 Mio. t Verpackungen des privaten Endverbrauchers stofflich verwertet. Das bedeutet: 13 Prozent Steigerung bei den recycelten Verpackungsmengen. Bei den Kunststoffen wurden sogar 50 Prozent mehr werkstofflich verwertet. „Die Recyclingmengen haben zwei Treiber: Die höheren Quoten des Verpackungsgesetzes und die höheren Mengen, die an Systemen beteiligt werden“, erläutert Gunda Rachut die Dynamik, die das Verpackungsregister LUCID beim Recycling erzeugt hat. Nicht in diesen Werten enthalten sind über 8.500 t an zur Verwertung exportierter Verpackungsabfälle, da der Nachweis der Verwertung nicht ausreichend erfolgt ist. „Wir prüfen gründlich anhand unserer Prüfleitlinien. Dubiosen Verwertungswegen schieben wir rigoros einen Riegel vor“, stellt Gunda Rachut klar.
Das recyclinggerechte Design von Verpackungen ist mit dem neuen Mindeststandard zur Bemessung des recyclinggerechten Designs noch einfacher zu ermitteln. „Wir hoffen, dass nun auch die kleineren Hersteller ihre Verpackungslösungen besser auf das Recycling vorbereiten können“, erläutert Gunda Rachut.

Digitalstrategie
Das Verpackungsregister hat das Mammutprogramm des Aufbaus und der Überführung in den Regelbetrieb nicht nur in kürzester Zeit, sondern auch sehr schlank mit 45 Vollzeitmitarbeitern geschafft. „Das geht nur mit einer ausgeprägten Digitalstrategie und agilem Management. So sind wir schnell, effizient und gründlich. Gleichzeitig stärken wir das Engagement der Mitarbeiter*innen. Diesen Weg wollen und müssen wir im Jahr 2021 konsequent ausbauen“, fasst Gunda Rachut die Grundlage des Erfolgs zusammen. Die Platzierungen der ZSVR in Spitzengruppen bei Wettbewerben zur Digitalisierung untermauern diese Aussage. „Doch es geht uns nicht um Auszeichnungen. Umweltschutz ist mit größten Herausforderungen verbunden. Wenn wir diesen nachhaltig begegnen und weiterentwickeln wollen, geht das nur mit konsequenter Nutzung digitaler Technologie und Arbeitsweise“, erläutert Gunda Rachut die Hintergründe ihrer Strategie.


Fazit
Das Verpackungsregister wirkt mit seiner Transparenz. Es legt die positiven Entwicklungen dar, beleuchtet aber auch die noch bestehenden Schwachstellen. „Verpackungen sind damit der am besten dokumentierte Stoffstrom in Deutschland. Die Transparenz bietet die Grundlage für die Politik, um kluge und nachhaltige Weiterentwicklungen im Sinne der Abfallhierarchie zu kreieren“, resümiert Gunda Rachut, die Wirkung der ersten zwei Jahre und den Ausblick. „Register und Mindeststandard haben es in die europäischen Diskussionen zur Fortentwicklung des Verpackungsrechts geschafft. Diese Ausstrahlungswirkung bestätigt unseren Weg als schlanke Behörde, aber auch als beliehene Stiftung.“